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Donnerstag, 23. Februar 2012

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Baumasta
Gruppe: Bauherr


Thema vom: 29.06.2009
IP: 194.107.***.** | ID: 8069
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Fliessestrich oder Zementestrich

Hallo !

Ich weiss, daß dieses Thema hier schon behandelt wurde, aber vielleicht könnt ihr mir einige Argumente für bzw gegen Fliessestrich (anhydrith) geben.
Ich wäre auch dankbar für eure Erfahrungen (positive und negative) mit beiden Estricharten.

Bei unserem Einfamilienhaus ist als nächstes der Estrich geplant (auf Fussbodenheizung).

Eine Firma hat mir Zementestrich angeboten, denn
- dieser ist billiger (Angebot ist auch um einiges günstiger als beim Fliessestrich)
- es gibt keine Probleme mit Feuchtigkeit (zB Kondenswasser im Keller)
- der Estrich muss nicht angeschliffen werden (wg. Parkettverlegung - geklebt)
- der kleine Nachteil, weil die Fussbodenheizungsrohre nicht umschlossen werden ist
verschindend gering.
Verkäufer würde auch Fliessestrich machen, sieht aber darin nicht wirklich einen Vorteil.


Die zweite Firma hat Anhyrith - Fliessestrich angeboten.
- es gibt so gut wie keine unebenheiten
- angeblich gibt es keine "Sinterschicht" - muss also nicht angeschliffen sondern nur
grundiert werden
- die Heizungsrohre werden besser umschlossen - somit bessere Wärmeübertragung bei FBH.


Mein Bauunternehmer rät mir zu Fliessestrich - den könnte er mir auch günstig reinmachen.
Der Architekt hat gemeint, heutzutage werden mehr als 50% Fliessestrich verlegt.
Ein bekannter (Baumeister) meinte wieder - Finger weg vom Fliessestrich - seine Firma hat
immer wieder Probleme dait.

Was mir auch wichtig ist, ist dass es im großen Wohn-Ess-Bereich wenig bzw. keine Dehnfugen gibt - bei welcher Estrichart muss man mehr Dehnfugen einbauen ??

Wenn der Unterschied bei beiden Estricharten nicht so groß ist, bzw der Zementestrich
weniger feuchteempfindlich ist und noch dazu billiger, spricht für den Fliessestrich eigentlich nur mehr der bessere Wärmeübergang -

Danke für eure Meinungen und Erfahrungen....





Klaus
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 29.06.2009
IP: 91.36.***.** | ID: 8073

unendliche Geschichte: Fließstriche

Hallo "Baumasta".
Tatsächlich ist es so, wie Du es bereits beschrieben hast: Das Thema Fließestriche wurde sehr ausgiebig und gebetsmühlenhaft behandelt.
Neue Argumente gibt es nicht, aufmerksames Lesen des bereits Ausgeführten ist da eher angesagt. Hier also in Kürze noch einmal:
("Eine Firma hat mir Zementestrich angeboten, denn
- dieser ist billiger (Angebot ist auch um einiges günstiger als beim Fliessestrich)"
Antwort: Korrekt

(" ... es gibt keine Probleme mit Feuchtigkeit (zB Kondenswasser im Keller)"
Antwort: Grundsätzlich stimmt das ebenfalls! Wobei ich mit dem Begriff "Kondensat" meine Verständnisschwierigkeiten habe.

("... der Estrich muss nicht angeschliffen werden (wg. Parkettverlegung - geklebt)"
Antwort: Richtig, soweit es um ANschleifen geht, Falsch, wenn es um den obligatorischen Reinigungsschliff geht.

("... der kleine Nachteil, weil die Fussbodenheizungsrohre nicht umschlossen werden ist
verschwindend gering.")
Antwort: das kann nicht bestätigt werden

("... Verkäufer würde auch Fliessestrich machen, sieht aber darin nicht wirklich einen Vorteil.")
Antwort: der Herr sollte sich einmal schulen lassen, um die tatsächlichen Vor- und Nachteile insbesondere unter Berücksichtigung der örtlichen Einbaulage (z.B. im Keller) beurteilen zu können.

("Die zweite Firma hat Anhyrith - Fliessestrich angeboten.
- es gibt so gut wie keine Unebenheiten"
Antwort: grundsätzlich richtig, doch unbedeutend. Gespachtelt werden sollte eh´, um ein gleichmäßiges Saugvermögen (bei Dispersionsklebstoffen) zu erzielen. Bei keramischen Fliesen hätte er Recht.

("... angeblich gibt es keine "Sinterschicht" - muss also nicht angeschliffen sondern nur
grundiert werden")
Antwort: eine gefährliche Aussage! Nicht nur die Herstellerangaben sind entscheidend, ob JA oder NEIN, sondern auch der IST-Zustand. Man kann jeden Fließestrich einbautechnisch fast an den Rand des "erzwungenen Rückbaus im ungenutzten Zustand" zu bringen.

("... die Heizungsrohre werden besser umschlossen - somit bessere Wärmeübertragung bei FBH.")
Antwort: Stimmt.

("Mein Bauunternehmer rät mir zu Fliessestrich - den könnte er mir auch günstig reinmachen."
Antwort: Aufpassen! Wer günstig baut, sollte direkt auch nach einem günstigen Angebot für die Sofortsanierung Ausschau halten.

("Der Architekt hat gemeint, heutzutage werden mehr als 50% Fliessestrich verlegt.")
Antwort: Mag durchaus sein.

(".. Ein bekannter (Baumeister) meinte wieder - Finger weg vom Fliessestrich - seine Firma hat immer wieder Probleme damit.")
Antwort: Aussage ist nicht nachvollziehbar und sicherlich nicht generell wahrheitsbehaftet.

(" Was mir auch wichtig ist, ist dass es im großen Wohn-Ess-Bereich wenig bzw. keine Dehnfugen gibt - bei welcher Estrichart muss man mehr Dehnfugen einbauen ??")
Antwort: Wir reden hier immerhin von einem Heizestrich! Der benötigt Bewegungsfugen; doch nicht mitten durch die "gute Stube" und für alle gut sichtbar geführt (man zeigt ja gerne, was man hat), sondern optisch kaschiert unter den Türblättern, damit quasi die Räume und ggf. separat ansteuerbaren Heizkreise voneinander trennend.

(" Wenn der Unterschied bei beiden Estricharten nicht so groß ist, bzw der Zementestrich
weniger feuchteempfindlich ist und noch dazu billiger, spricht für den Fliessestrich eigentlich nur mehr der bessere Wärmeübergang."
Antwort: schnelleres Einbringen? Schnellere Trocknungs- und damit kürzere Wartephasen bis zum Beginn des Belegreifheizen? Damit kürzere Zeitphasen bis zur Nutzung?
--..--..--..--..--..
Erschöpft grüßt: Klaus Rauer; Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen

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Baumasta
Gruppe: Bauherr


Antwort vom: 30.06.2009
IP: 194.107.***.** | ID: 8075

Danke

Hallo Klaus!

Danke für die ausführlichen Antworten und deine Mühe.

Ich mache mir (wie wahrscheinlich fast immer) viel zu viel Gedanken.
Werde einen anhydrit Flissestrich reinmachen lassen und dabei auf eine Firma
die ordentlich arbeitet achten - dann sollte es keine Probleme geben.....

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Baumasta
Gruppe: Bauherr


Antwort vom: 08.07.2009
IP: 194.107.***.** | ID: 8105

noch immer keine Entscheidung ???

Hallo !

OK - die Vor- und Nachteile wurden ja Ausgiebig dargestellt - Danke.

Würde mich grundsätzlich für den anhyrit - Fließestrich entscheiden.

Mein Architekt meint aber, dass ist schon ok so - aber Fließestrich bitte keinesfalls
im Bad oder im Keller.
Den Estrich im Bad könnte man ja nachträglich abdichten.... aber im Keller ???

Beide Estricharten zu verlegen wird dann irgendwie zu kompliziert und auch zu teuer.
Ich habe 150m2 mit Fussbodenheizung - bin schön langsam am Verzweifeln -

Was würdet ihr machen ??

Alles mit Fließestrich ?? (wg. Fussbodenheizung)
alles mit Zementestrich ?? wg. Feuchtigkeit im Keller/Bad bzw. gerinerem Preis
oder beides mischen ???

Vielen Dank !

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Estrichleger
Gruppe: Meister


Antwort vom: 23.07.2009
IP: 217.230.**.** | ID: 8182

Hallo Baumasta,
grundsätzlich kann im Wohnungsbau, ausser im Aussenbereich, ein Fließestrich eingebaut werden. Im Bad Abdichtung wie bei Zementestrich auch. Im Keller auf Abdichtung DIN 18195 T IV achten, wie bei Zementestrich auch. Sonst einfach mal bei namhaften Herstellen surfen. Vieles wird dramatisiert und/oder kaputt geredet.

Grüße

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kranner
Gruppe: Handwerksbetrieb


Antwort vom: 27.01.2012
IP: 79.247.**.*** | ID: 11614

Fliessestrich

Hallo,
wollte mal meine Meinung über die Estrichwahl angeben!
Habe selber vor 6 Jahren gebaut und habe auch schon selber bei einigen Häusern einen Fliessestrich eingebaut!
Ich würde meiner Meinung absolut auf diesen tendieren,da,er wie sie schon angegeben haben das Heizungsrohr voll umschliesst und damit die Wärmeübertragung besser ist!
Habe bei mir auch noch einen Anhydritestrich eingebaut,würde Ihnen aber nach neuesten Stand einem Calziumsulfat-Estrich empfehlen,da dieser keine Gipsanteile wie der Anhydrit enthält und damit auch nicht so feuchteempfindlich ist,diesen gibt es mittlerweile,wie sie schon erwähnt haben ohne Schlütterschicht,das heisst man muss ihn wirklich nur grundieren und nicht abschleifen!
Weitere Vorteile sind natürlich daß sich der Fließestrich nahezu absolut lotgerecht bei richtiger Verarbeitung ausrichtet und man in einem Einfamilienhaus nicht mal eine einzige Trennfuge einbauen muss(habe bei mir im Haus keine einzige Trennfuge,nicht einmal bei Übergang von Heizestrich zu nicht beheizten Estrich und kann garantieren daß bei mir kein einziger Riss entstanden ist!
Sie können sich auch bei jedem Baustoffhändler wo man Fliessestrich bestellen kann noch einmal Informationen über den Calciumsulfat geben lassen!

Ich hoffe Ich habe Ihnen weitergeholfen,sollte sie noch Fragen haben,einfach fragen!

MFG

Kranner

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Klaus
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 28.01.2012
IP: 93.230.***.** | ID: 11615

Unsinnige und falsche Anmerkungen

Sehr geehrter Herr Kranner,
wir hier in diesem Forum sind immer wieder erfreut, wenn sich neue Namen mit konstruktiven Beiträgen unter die unsrigen mischen.
An dieser Stelle nur der vorsichtige Hinweis: die Fragesteller wollen eigentlich zeitnah etwas Verwertbares in Erfahrung bringen. Da Sie nun heute auf eine Anfrage vom 29.06.2009 antworten, wird der Effekt wohl verpuffen, da die Frage nach 2.5 Jahren nun wohl nicht mehr aktuell sein wird. Aber dass er verpufft, ist letztendlich auch gut so, wenn man diesen Beitrag weiterliest.
-.-.-.-
Desweiteren darf ich anmerken. dass es irritiert, dass Sie zu einem früheren Zeitpunkt einen >Anhydritestrich< eingebaut haben wollen, und nun nach "neuestem Stand" lieber einen Calciumsulfat-Estrich empfehlen.
Nur einmal so am Rande: Das ist letztendlich dasselbe!
Warum? Nur die Begriffe haben sich mit der Entwurfsfassung der DIN 18560 Teil 2 im April 2003 geändert. Seitdem heißt der "Anhydritestrich Calciumsulfatestrich! Und wenn er als Verlaufmasse eingebracht wird, dann ist es halt ein Calciumsulfat-Fließestrich (CAF)
Auch ist es nicht richtig, was Sie da behaupten, dass dieser (Calciumsulfat-Fließestrich) keine Gipsanteile mehr enthält. Diese Behauptung ist sogar vollkommener Unsinn! Natürlich enthält auch der Calciumsulfatestrich Gips, anfangs als Halbhydrat und hinterher (in abgebundenem Zustand) halt mit 2 Kristallwassermolekülen.
Dass zudem Calciumsuofatestriche nicht mehr feuchteempfindlich sein sollen wie früher, das ist ebenso falsch wie die Behauptung, eine Krähe sei ein Singvogel.
Und wenn trotz nicht ausgebildeter Bewegungsfugen in einem Calciumsulfat-Heizestrich keine Risse entstanden sind, mag dies vielleicht am intensiven Gebrauch Ihres Rosenkranzes nach dem Estricheinbau gelegen haben - mit den aktuellen Regeln des Fachs hat das nichts zu tun. Im Gegenteil!
Zwischen verschiedenen Räumen müssen Bewegungsfugen auch in einem Calciumsulfat-Fließestrich ausgebildet werden, wenn dieser beheizbar ist! Wer anderes behauptet, soll sich bitte besser informieren (lassen), bevor er sich (zudem öffentlich) äußert.
Auch beim Thema "Abschleifen" liegen Sie, werter Herr Kranner, ziemlich daneben. Wer Abschleifen muss, handelt im Zuge einer Mängelbeseitigung. Mit einem standardmäßigen Schleifvorgang (wir sprechen hier von Reinigungsschliff), auch bezogen auf CAF, hat das ebenfalls nichts zu tun. Und geschliffen werden muss auch heute noch IMMER, bevor eine Spachtelmasse eingebracht wird.
Was "Schlütterschichten" sind, ist mir trotz aller Phantasie leider nicht bekannt. Sprächen wir vom Thema >Profile<, würde mir allerdings etwas "dämmern". Im Zusammenhang mit Estrichen aber nicht!
Die Aufschwemmungen von Estrichzusatzmitteln in Fließestrichen, die nannte man übrigens volksmundartlich "Sinterhäutchen" oder auch "Sinterschicht".

Wenn wir an dieser Stelle einmal in medias res gehen, sehr geehrte Herr Kranner, dann kann nicht nur meine Empfehlung lauten: Informieren Sie sich erst einmal umfassen über das Thema, von welchem Sie (zudem in einem Fachforum wie diesem) zu antworten gedenken.
Zeitnah auf eine Fragestellung antworten, das versteht sich von selbst. Und nicht erst nach mehreren Jahren.
Ansonsten böten sich tatsächlich auch andere Foren des Internet an, in welchen Aussagen wie diese von Ihnen hier getätigten vielleicht sogar auf einen fruchtbaren Boden fallen könnten. Wegen gleichfalls umfassender Unwissenheit ....
-.
Abgesehen davon, dass wir dem Fließestrich in seiner Schreibweise gerne ein sogenanntes scharfes "Eszet" {ß] mit auf den Weg geben bleibt mir abschließend nur der Wunsch, dass Sie demnächst -wie von Ihnen selbst angesprochen- ebenfalls den Weg zu einem Baustoffhändler Ihres Vertrauens finden sollen.

(Zitat) "Ich hoffe Ich habe Ihnen weitergeholfen,sollte sie noch Fragen haben,einfach fragen!"
Meine abschließende Antwort: Nein, so lieber nicht!
-.-.-.-.-
In die Runde grüßt: Klaus

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kranner
Gruppe: Handwerksbetrieb


Antwort vom: 28.01.2012
IP: 79.247.**.** | ID: 11616

Flieszestrich!!!!!!!!!!

gut,daß es immer wieder intelligente Menschen gibt,die sehr viel Ahnung von der Theorie und von der deutschen Rechtschreibung haben!

MFG
Kranner

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