Saint-Gobain Weber GmbH

Saint-Gobain Weber GmbH
http://www.sg-weber.de
IMPACTS GmbH

IMPACTS GmbH
http://www.impactsgmbh.de
Donnerstag, 23. Februar 2012

Frage beantwortenZurück
H. Kessel
Gruppe:


Thema vom: 26.12.2001
IP: | ID: 197
22316x angezeigt

Randdämmstreifen

Sehr geehrte Damen und Herren,
können Sie mir bitte mitteilen, welche Anforderungen an Randdämmstreifen bei Estrich
auf Dämmschicht (schwimmender Estrich)
auf Trennschicht gestellt werden.
Es geht hier insbesondere um die Dicke, Zusammendrückbarkeit, Ausbildung von Ecken, Gewährleistung des Schallschutzes.
Gibt es Festlegungen in der DIN 18560 oder anderen Richtlinien und Merkblättern? Wie ist der Stand der Technik?

Mit freundlichem Gruß

H. Kessel
Feldstraße 17
15236 Jacobsdorf



Bernhard Schmelmer
Gruppe:


Antwort vom: 03.01.2002
IP: | ID: 199

Dicke Fragestellung

die Antwort auf Ihre Fragen beinhaltet würde einen recht ansehnlichen Teil einer Estrichlegermeisterausbildung beinhalten.
Es wäre sicher vernünftig sich an einen Fachbetrieb in Ihrer Nähe zu wenden.
Viel Erfolg und beste Grüße
Bernhard Schmelmer

nach oben


Manfred Krutzsch
Gruppe:


Antwort vom: 15.01.2002
IP: | ID: 204

Randdämmstreifen etc.

DIN 18560. Teil.1 Allgemeine, Begriffe, Prüfungen Anforderungen Unter 2.24 heißt es eine Randfuge ist eine Fuge, die den Estrich von seitlich angrenzenden und eingebauten Bauteilen trennt.
Anforderungen an Randdämmstreifen
Randdämmstreifen verhindern bei schwimmenden Estrichen Schall- und Wärmebrücken. Der Aufbau des schwimmenden Estrichs ohne Randdämmstreifen ist zur Einhaltung des Trittschallschutzes (DIN 4109) und Wärmeschutzes (DIN 4108) unzulässig und als grob fahrlässig zu betrachten. Erfolgt keine räumliche Trennung, so ist auch dem Luftschallschutz durch die damit entstandenen hohe Flankenübertragung eine grenze Gesetzt, die im Allgemeinen bei ca. 45 dB bewehrten Schalldämm-Maß liegt.

Randfugen

In der DIN 18560 Teil.2 Estriche und Heizestriche auf Dämmschichten (schwimmender Estrich) sind unter 6.2 Randstreifen eindeutig formuliert. Die Raumfugenausbildung ist das A und O jeder schwimmenden Estrichkonstruktion. Alle schwimmenden Estrichkonstruktionen, ob flächenbeheizt oder nicht, sind in Verbindung mit Randstreifen von allen aufsteigenden Bauteilen, d. h. zum Beispiel Wänden, Türzargen, Rohrdurchführungen, Standbeinen von Heizkörpern, Materialtrennschienen etc. zu trennen.
Weitergehend ist in diesem Zusammenhang ebenfalls klar in der Norm formuliert, dass die Randstreifen vom tragenden Untergrund, bei zweilagig verlegten Dämmsystem, unabhängig davon, ob es sich um kombinierte Trittschall- und Wärmedämmsysteme oder nur Wärmedämm- oder Trittschall-Dämmsysteme handelt, die zu verarbeitenden Randdämmstreifen entweder bis zur Rohdecke hinführend auf dieser aufgestellt, oder aber auf der Oberfläche der untersten Dämmlage. Die Randdämmstreifen müssen mindestens 10 bis 15 mm über der fertigen Estrichkonstruktion reichen .
In der zuvor genannten DIN 18560 ist weitergehend klar ausgeführt, dass bei Heiz-Estrichen die Randstreifen eine Bewegung/Zusammendrückbarkehit von mindestens 5 mm ermöglichen müssen.



Abschneiden des Randdämmstreifens
In diesen Zusammenhang sei noch erwähnt dass der überstehende Teil des Randdämmstreifens und der hochgezogenen Abdeckung erst nach der Fertigstellung des Fußbodenbelages, bzw. bei textilen und elastischen Belägen nach Erhärtung der Spachtelmasse abgeschnitten werden dürfen. Bei Fliesenbelägen wird der Randstreifen erst nach der Verfugung der Fliesen abgeschnitten. Wird der Randstreifen nach der Estrichverlegung abgeschnitten können Schallbrücken entstehen. Das vorzeitige abschneiden des Randdämmstreifens ist ebenfalls als grob fahrlässig anzusehen.
Dicke und Zusammendruckbarkeit des Randdämmstreifens
Vorgabe durch den Planer
Nach der DIN 18560, Teil.2, Ziffer 6.3.3 „Estrichfugen“ hat der Bauwerksplaner einen Fugenplan zu erstellen und als Bestandteil der Leistungsbeschreibung den Ausführenden vorzulegen. Die für Calciumsulfatgebundene Estriche eingesetzte Bindemittel können unterschiedliche Eigenschaften (z.B. unterschiedliche Ausdehnungskoeffizienten und Schwindverhalten) haben, die unterschiedliche Formveränderungen zu Folge haben. Bei der Erstellung des Fugenplanes und der Dimensionierung der Randstreifen (Dicke und Zusammendruckbarkeit) hat der Bauwerksplaner die Vorgaben der Bindemittel bzw. Mörtelhersteller/-lieferanten zu beachten. Bei beheizten Fußbodenkonstruktionen ist darüber hinaus die Fachinformation „Schnittstellenkoordination bei beheizten Fußbodenkonstruktionen“ Koordinierungsgespräch der Beteiligten Estrichleger, Heizungsbauer und Bauwerksplaner) zu beachten.
Der Baustellenalltag sieht allerdings etwas anders aus. In der Realität wird diese Notwendigkeit in der Planungsphase übersehen, was da zu führt, dass das Thema „Fugen„ erst dann zur Sprache kommt, wenn die entsprechende Fußbodenkonstruktion eingebaut werden soll. Dann ist es jedoch häufig schon zu spät, um die notwendige Koordination zwischen den einzelnen Gewerken zu gewährleisten. Man sollte die Hoffung aber nicht aufgeben das es auch anders geht.
Randfugen (Estriche auf Trennschichten)
In der DIN 18560 Estriche im Bauwesen, Teil 4 Estriche auf Trennschichten heißt es unter 4.4 Estrichfugen: Über Bauwerksfugen und an den Rändern sind Bewegungsfugen- bzw. Randfugen auszubilden. Darüber hinaus notwendige Fugen sind so anzuordnen, dass möglichst gedrungene Felder entstehen.
Anmerkung : bei der Festlegung von Fugenabständen und Estrichfeldgrößen sind die Art des Bindemittels, der vorgesehene Belag und die Beanspruchung, z.B. durch Temperatur, zu berücksichtigen.
Estriche auf Trennschichten werden nur dort eingesetzt wo keine Anforderungen an den Schallschutz und Wärmeschutz gestellt werden und der tragende Untergrund für eine Verbundverlegung nicht geeignet ist. Auch dieser Estrich ist auf seiner Unterlage frei beweglich. Es wird ebenfalls eine Trennung zu den umfassenden Bauteilen vorgenommen. Der Randstreifen wird auf der Rohbetondecke hinführend aufgestellt und muss einen Überstand zur Oberkante von Oberbelägen ebenfalls von mindestens 10 mm aufweisen, sofern der Estrich nicht als Nutzestrich genutzt wird. Die Trennung hat jedoch keine dämmende, sondern nur
a: eine trennende Funktion, um zu verhindern dass mögliche Bewegungen des Baukörpers auf die Estrichplatte einwirken und dadurch Stauchungen und Risse entstehen. b: Einwirkung durch Temperaturbeanspruchung.

Nachfolgend einige Hinweise zur Verlegung von Estrichen auf Trennschichten
Hinweis zur Verlegung von Fließestrichen auf Calciumsulfatbasis Stand März 19.96
Diese Hinweise werden allen Auftraggebern und Auftragnehmern in ihrem eigenen Interesse zur Beachtung empfohlen 1)
1) Sie sind dazu bestimmt, als Allgemeine Geschäftsbedingungen in Verträgen einbezogen zu werden.
7.2 Estriche auf Trennschicht
An Wänden und anderen aufsteigenden Bauteilen (z.B. Heizungskonsolen, aufsteigende Installationsrohre) sind mindestens 8 mm dicke Randdämmstreifen mit aufgeklebten Folienstreifen anzuordnen. Die Folienstreifen können entfallen, wenn die Abdeckung bis Ok Randstreifen hochgezogen wird. Der Randstreifen muss gegen Lageveränderung beim Einbringen des Estrichs gesichert sein.
Hinweis zur Verlegung von Zementestrichen Ausgabe Juni 19.97
Diese Hinweise werden in Ergänzung zur VOB DIN 18353 und der DIN 18560 allen Auftraggebern und Planern zur besseren Beachtung empfohlen.
Unter Absatz 2.2 Randstreifen, Dämmschichten und Abdeckung
Randstreifen müssen aus bauphysikalischen Gründen die gesamte Bodenkonstruktion von allen aufgehenden Bauteilen trennen (Raumfuge), die Dicke ist ausreichend zu wählen. Der Überstand der Randstreifen darf erst nach Verlegung von Bodenbelägen, bei PVC oder Teppichböden nach den Spachtelarbeiten, bei keramischen Belägen nach dem Ausfugen entfernt werden.
Dämmschichten müssen den Anforderungen des Wärme und Trittschallschutzes entsprechen. Die Funktion ist nur gegeben, wenn die Dämmschichten nicht unterbrochen und auf die Verkehrslast abgestimmt sind. Abdeckungen der Dämmschicht dienen zum Schutz der Dämmschicht und ersetzen weder Dampfsperren noch Abdichtungen. Sie sollen lediglich die Durchfeuchtung der Dämmschicht durch das Anmachwassers und das Eindringen von Frischmörtel in den Fugen der Dämmstoffplatten verhindern.
VOB Teil. C Allgemeine technische Vertragsbedienungen für Bauleistungen (ATV) Estricharbeiten DIN 18353
Unter Punkt.3 Ausführung
Heißt es weiter unter 3.1.5 Gebäudetrennfugen müssen an gleicher Stelle und in ausreichender Breite durchgehen. Sonstige Bewegungsfugen und dazu zählen auch Raumfugen sind in Abstimmung mit den Auftraggeber anzulegen.
Zusammenfassung
Der Fugenplan und die Fugenbreite sind durch den Bauwerksplaner auf die zu erwatenden Bewegungen abzustimmen (egal um welche Konstruktionsausführung es sich handelt (Estric

nach oben


H. Kessel
Gruppe:


Antwort vom: 15.01.2002
IP: | ID: 205

Randdämmstreifen

Sehr geehrter Herr Krutzsch,
vielen Dank für Ihre ausführliche, fundierte und inhaltsreiche Auskunft.
MfG
H. Kessel

nach oben


© 2010 Fussbodenbau Forum. Alle Rechte vorbehalten.
RSS Feed | Impressum | support@fussbodenbau-forum.com