Hallo zusammen,
wir sind gerade dabei einen neuen Estrich vorzubereiten.
Soweit bis auf die Türanschläge alles vorbereitet.
Nun zu den Fragen:
Braucht man an den Übergängen zu anderen Räumen mit anderen Bodenhöhen diese "Winkeleisen" an den Türanschlägen
überhaupt ?
Wenn ja, auf welche Höhe sollen diese ausgerichtet sein.
Auf die Fertigestrichhöhe oder ein bischen höher, wenn später noch Fliesen oder Laminiat draufkommt. Die genau Höhe des zukünftigen Belages kennen wir noch nicht.
Eine letzte Frage, wegen der Ausrichtung der Türanschlagschienen auf Parallelität zur Türkante.
Kommen die Türzargen schon eingabut, bevor der Estrich reinkommt oder erst nach dem Estrich ?
Hallo Herr Kollemann,
Ihre Fragen sind einfach wie folgt zu beantworten.
Zu Frage 1
"Braucht man an den Übergängen zu anderen Räumen mit anderen Bodenhöhen diese "Winkeleisen" an den Türanschlägen überhaupt ?"
Antwort:
Offenbar meinst Du Abschlussschienen.
Wenn es sich nicht um Feuerschutztüren handelt, die aber zwecks Abdichtung gegen Rauchgase bereits ein unteres Türband als fester Bestandteil mit sich führen, dann logischerweise JA.
Ansonsten in allen Fällen NEIN.
Frage 2:
" ... auf welche Höhe sollen diese ausgerichtet sein"
Antwort:
Die Trennung des Estrichs zwischen Räumen erfolgt in Form eines Stellstreifens.
Massive Abschlussschienen werden auf dem Betonrohboden, leichte Schienen dagegen auf dem Estrich befestigt, um einen sauberen Abschluss beim Oberbelag zu erhalten.
Die Schenkelhöhe richtet sich immer nach der Dicke der Belagarten links- und rechtsseitig der Schiene. Damit ein einheitliches Höhenniveau in der Gehebene erreicht wird.
Man sollte schon mit rund 10mm bis 14mm "Luft" rechnen, was bei 2mm Glättmasse, einer Trittschalldämmfolie und Laminat oder Fliesen (mit Fliesenklebstoff) ganz gut hinkommt.
Entscheidend ist die maximale Einstellhöhe des Türblattes. Denn Schleifen oder gar Blockieren darf das Ganze hinterher nicht!
Frage 3:
"... Kommen die Türzargen schon eingabut, bevor der Estrich reinkommt oder erst nach dem Estrich ?"
Antwort:
Beides ist möglich. Bei Stahlzargen wird man den Estrich zum Schluss einbauen. Zumal dann hat der Estrichleger einen zusätzlichen Anhaltspunkt für seine Einbauhöhe.
Sonst aber (bei Standardzargen) ist es für den Estrichleger einfacher, sein Gewerk durchgängig einzubauen, wenn die Zargen erst später gesetzt werden.
-.-.-.-.
Gruß: Klaus
Hallo Klaus,
erstmal Danke für die Ausführliche Antworten.
Ganz so klar ist mir as ganze noch nicht.
Villeicht beschreibe ich es noch ein bischen besser.
Wohnzimmer / Esszimmer un der angrenzende Flur bekommen einen neuen Estrich.
Der alte kam raus wegen Durchbruch / Fußbodendämmung und unterschiedlichen Bodenhöhen etc.
Der neue Estrich hat eine durchgängige Höhe.
Der neue Boden ( Estrich ) grenz jetzt an 3 Räume die einen niedrigeren Estrich haben.
( minus 1cm bis minus 2,5 cm)
"Winkeleisen" sage ich aus dem Grund, da wir beim rausmachen des alten Estrichs diese an den Türen vorgefunden haben.
Sie hatten die Maße 3,5x,3,5 Schenkellänge bei 3,2 mm Eisen Stärke. Waren an den alten Zargen verschraubt und im estrich über gespaltene Zungen, welche an der Schiene angeschweist waren vergossen.
Diese Winkeleisen waren superparallel zur alten Türkante.
Wir sind jetzt eigendlich so weit, das der Fließerstrich reinkommen könnte. nur jetzt taucht für mich das Problem auf, wie ich die Schienen ohne Zargen ( Holzzargen sollen es werden werden ) ausrichte damit diese später wirklich parallel zur Tür laufen.
Ganz großes Fragezeichen für mich ?
Das die Schienen von damals parallel waren leuchtet mir ein , da sie ja bereits an der Zarge montiert waren und anscheindend der estrich nach den Zagen reinkam. Hat mann das früher ( 1965) so gemacht ?
Jetzt die Frage, wie mache ich es jetzt ?
Als Oberbelag soll später Fliesen oder Laminat drauf, deswegen kan ich mich noch nicht für die Höhen entscheiden.
Wäre jetzt dann nicht die optimale höhe die Fertig Estrichhöhe ?
Ich gehe jetzt immer davon aus das die Schienen vor dem Estrich reinmüssen.
Ist der Zweck der Schienen nicht auch das die Kanten nicht abbrechen ?
Vielleicht ist das auch gar nicht so und mir fehlt grad total das verständniss ?
Ich frage jetzt mal ganz naiv.
Ich mache keine Anschläge rein und lasse den Estrich bündig zum Wand endputz an die Türdurchgänge reinlaufen.
Wenn der Strich drinnen ist und die Zargen später verbaut sind sowie auf der Bodenbelag festgsteht setzte ich Aluschienen auf den Estrich alten niedriegen und richte diese parallel auf die Türkante aus. Ein evtl. auftretenden Splat fülle ich mit ausgleichmasse auf.
So wie ich das sehe habe ich zwei Möglichkeiten
a) die Schiene auf den Rohbetonboden und den Bodenschenkel in den hohen Estrich rein ( Frage wie ich die parallelität zur späteren Tür sicherstelle)
b) die Schiene später unter den Belag der alten niedrigeren Böden ( Schenkel weg vom neuen Estrich)
Vielleicht gibt es auch eine andere Möglichkeit.
Beste Grüße und schon Danke für die Hilfestellung , Rainer
Hallo Rainer,
so schwierig ist das alles nicht.
Da neue Türzargen gesetzt werden, bleibt das Winkeleisen (oder was auch immer) dort, wo es entsorgt werden kann. Mit den neuen Zargen hat es seine Aufgabe(n) der Vergangenheit erfüllt! Ein neues benötigen wir nicht.
Das "Hauptproblem, welches ich sehe, ist, dass der neue Estrich an geringere Estrichhöhen angrenzt.
Doch auch das Problem lösen wir!
Für die in Wohnräumen anzunehmende, lotrecht wirkende Last brauchen wir einen CAF (Calciumsulfat-Fließestrich, diese Angabe kam von Dir) mit einer Nenndicke mind. 35mm (bei Biegezugfestigkeit F4) oder mind. 30mm (bei Biegezugfestigkeit F 5). so können wir im vergleich zu dem alten Zementestrich um 10 bis 15mm niedriger aufbauen.
Falls "alle Stricke reißen" sollten (heißt: mit der Aufbauhöhe kommen wir immer noch nicht hin) bliebe noch ein Fertigteilestrich, ggf. auf Ausgleichsschüttung, um eine durchgehende Gehebene zu bewirken.
-.-.-.-
Zum "rein laufen lassen" des Fließestrichs: hüte Dich davor, den Estrich ohne Stellstreifen einzubauen! Wir benötigen auf jeden Fall wandangrenzend und zu allen feststehenden Bauteilen eine Bewegungsfuge (u.a. wegen der Verhinderung von Schallbrücken).
-.-.-
Wie lösen wir das Problem des Anschlusses "alter Estrich/neuer Estrich"?
Das ist auch einfach.
Grundsätzlich könnte man -wenn der neue Estrich ausreichend trocken ist- die Fuge kraftschlüssig mit einem Reaktionsharz verbinden. Doch davon würde ich abraten, da beide Estrichscheiben (neu und alt) unterschiedlich schwingen, wenn der Nutzungszustand eingetreten ist.
Zu Deiner Frage "Als Oberbelag soll später Fliesen oder Laminat drauf, deswegen kan ich mich noch nicht für die Höhen entscheiden."
Das musst Du aber im Zuge der Planung!! Wann -bitte- soll denn die Information vorliegen? Wenn alles eingebaut ist? Zu spät!
Also hat nun die Entscheidungsfindung absolute Priorotät, welcher Oberbelag und welche Aufbauhöhen notwendig werden.
-.-.-
"Ich gehe jetzt immer davon aus das die Schienen vor dem Estrich reinmüssen."
Antwort: NEIN
Wir benötigen sie nicht mehr!
"Ist der Zweck der Schienen nicht auch das die Kanten nicht abbrechen ?"
Antwort: Nein.
"Ich mache keine Anschläge rein und lasse den Estrich bündig zum Wandendputz an die Türdurchgänge reinlaufen."
Das hatten wir bereits. Hüte Dich davor!
Zum alten Estrich wird ein Stellstreifen gestellt, um die dabei entstehende Fuge kannst Du Dich später kümmern, wie damit verfahren wird. Mit Ausgleichsmasse keinesfalls. Lasse diese Arbeiten zur Not durch einen Bodenlegerfachbetrieb ausführen.
Fazit: vergiss bitte die Schlussschiene und schaue, dass der Estrich auf seine notwendige Höhe kommt. Durchgängig und (bei einem Fließestrich) auf dichter, also ausreichend überlappender PE-Folienlage und ei gleichmäßiger Einbaudicke. Sonst verabschiedet sich ein Großteil der Fließmasse in die Dämmschichten.
-.-.-.-
Gruß und gutes Gelingen: Klaus
Guten Morgen Klaus,
wieder ein danke für deine Informationen.
Deine Vorschläge sind gut, jedoch kann ich bei den Zimmern die Bodenhöhen nicht angleichen.
Den neuen Estrich haben wir bereits auf min Deckung 35mm über dern FBH Rohren gesetzt, tiefer gehts nicht mehr.
Ich werde wohl über eine kleine schwelle nicht darüber hinauskommen.Zumindest angrenzend in´s Bad und Büro.
Mit dem Stellstreifen meinst du sicherlich den Randdämmstreifen. Natürlich haben wir den überall drinnen.
Hab ich aus Selbstverständlichkeit nicht angesprochen aber Danke für den Hinweis .
Du hast bestimt noch eine gute Idee , wie ich das mit dem Abschlußschienen doch noch hinbekomme wenn ich
einen Absatz brauche.
Wie wird es denn heute gemacht, oder gibt es in Neubauten gar keine Absätze mehr, auch nicht ins Bad ?
Beste Grüsse Rainer
Hallo Rainer,
da ist nun viel Zeit ins Land gegangen und an dieser Stelle einiges zu dem Thema geschrieben worden.
Doch die Information, dass der (Fließ)Estrich auch noch als Heizestrich auszubilden sein wird, der kommt nun ganz zum Schluss. Und er wäre am Anfang unserer Überlegungen wichtig gewesen!
-.-.-
Nun denn:
Die Übergangsschwellen zwischen den Wohnräumen, welche Dir vorschweben, die gab es damals in südlichen Gefielden unserer Republik, dazu vornehmlich im Holzbau.
Heute gilt alles, was sich über 4mm Höhe in den Raum erstreckt, als Stolperstelle. Und wir werden uns doch nicht ernsthaft mit dem Gedanken tragen wollen, im Zuge einer Modernisierungsmaßnahme Schwellen von 15mm bis 20mm Höhe einbauen zu wollen?
Zurück zur Estrichdicke:
Da bleibt Dir nichts anderes übrig, als mit 40mm Überdeckung zu arbeiten (gilt nur für Fließestriche, ansonsten dicker), willst Du nach den Regeln des Fachs vorgehen.
Mein Vorschlag in Deiner Angelegenheit wäre der, mit einer Holzleiste gegen den alten Estrich abzustellen, den neuen (Heiz)Estrich in überall gleicher Dicke (40mm über den Heizelementen) einzubringen,
Die Höhe des neuen Fließestrichs wird nun rund 20mm über der Anschlusshöhe des alten Estrichs liegen.
Nach dem Aushärten des (neuen) Estrichs wird die Anschlagleiste entfernt, die Flanken des alten Estrichs grundiert, ein Stellstreifen (anliegend am neuen Estrich) gesetzt und die Fehlstelle (durch die entnommene Anschlagleiste) mit einem zementgebundenen Mörtel verfüllt.
Der entstandene stufenartige Absatz zwischen den Estrichscheiben kann dann auf dem alten Estrich nach der Formel >Höhe in mm x 0,6 = Rampenlänge in m< im angespachtelt werden. Das wäre bei der Aufkantungshöhe von 20mm eine "rampenförmige Anspachtelung" von rund 1,2m Länge, damit sich diese in der Nutzung nicht ungünstig auswirkt.
-.-.-
Falls diese praxisnahe Vorgehensweise nicht umsetzbar ist, dann baue Deine Schwelle ein, aber mit einem entsprechenden Übergangsprofil, nachdem so gearbeitet wurde, wie zuvor angegeben.
Übergangsprofile werden im Wohnungsbau AUF dem Estrich befestigt, einfach einmal nach entsprechenden Herstellern "googeln".
-.-.-.-
Abschließend grüßt: Klaus
[Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen]