Guten Morgen,
Ich hoffe das mir hier jemand helfen kann.
Mein unterkellerter Balkon mit Betondecke soll einen Gefälleestrich mit 1.5-2% Gefälle bekommen. Ich muss den Estrich selbst herstellen da keine Firma Interesse an meinen 8qm hat.
Der Terrassenaufbau wird dann mittels Drainagebahn und Stelzlager mit Natursteinplatten weitergeführt.
Nun zu meiner Frage:
Meine Terrasse ist 2m breit, wegen der Aufbauhöhe kann ich nur einen Estrich von 4.5cm an der Wand auslaufend bis auf eine Höhe von 1cm am Auslauf der Terrasse herstellen.
Ist das techn. i.O und wenn ja welchen Estrich (Säcke) muss ich nehmen?
Danke schon mal vorab für die Info,
Walter
Hallo Walter,
dass sich kein Unternehmen mit der Ausführung befassen will, stimmt mich bedenklich. Letztendlich kann auch diese von Dir angegebene Kleinfläche durchaus kalkuliert werden. Mein erster Tipp wäre der, zunächst einmal andere Angebote einzuholen.
Das insbesondere vor dem Hintergrund, wenn keine Erfahrung mit dem Einbau von Estrichen vorliegt. Ein "teures Angebot" kann letztendlich die preiswertere Lösung darstellen ...
Zurück zum Aufbau.
Die Größe des Gefälles ist in Ordnung.
Gehe einmal von 4cm Estrich-Aufbauhöhe am Wandanschluss aus.
Nach Norm soll die Estrich-Mindestdicke beim Dreifachen des Größtkorns liegen. Einen Standardkies können wir bei 10mm Dicke im Randbereich also nicht einsetzen. Sicherlich gibt es auch Fertigmischungen mit Korngrößen bis 4mm.
Die Festigkeit des Estrichs, der bei der geringen Dicke im Verbund zur Betonoberfläche eingebaut werden muss, darf CT-C35-F5 nicht unterschreiten.
Bedenke bitte, dass die Betonoberfläche vor dem Estricheinbau vorgenässt und mit einer geeigneten Haftbrücke versehen werden muss. Ansonsten gälte Satz 5 dieser Antwort (s.o.).
Da Du nur nach dem Estrich angefragt hattest, verzichte ich hier bewusst auf weitere Hinweise, was beispielsweise die Abdichtung zur Hauswand angeht und auch die Flächenentwässerung am Balkonrand.
-.-.-.-.-
Gruß: Klaus
Hallo,
danke für die Antwort.
Nun habe ich dôch jemanden gefunden der mir den Estrich macht.
Der weiter Aufbau ist wie folgt vorgesehen:
- Bauwerksabdichtung Schweissbahn Alwidra
- 2cm Dämmung
- Bauwerksabdichtung PE-Folie
- Schlüter Troba Drainagematte
-- Splittbett
- Schiefer Mustang, Platte 3 x 40 x 60cm dick lose verlegt
- Schlüter winkelförmiges eingefasstes System mit Wasserablauf
Ist dieser Aufbau für meine Terrasse mit Unterkellerung i.O.?
Gruss
Walter
Hallo Walter,
wenn Du noch verraten würdest, an welcher Stelle des Aufbaus der von Dir favorisierte Estrich "steckt", könnte man sich weitere Gedanken machen.
Eine Bauwerksabdichtung ist grundsätzlich in Ordnung, aber sie muss ja bereits vorher vorhanden gewesen sein, wenn der Balkon unterkellert ist.
Und ob eine Wärmedämmung (ebenfalls bei keiner signifikanten Abweichung der früheren Nutzungsart) nun bereits vorhanden ist oder tatsächlich erforderlich ist - ich vermag es nicht zu bewerten, da mir die Objektdetails nicht bekannt sind.
Dass die Dämmung nur 20mm dick ist, lässt aufgrund der geruingen Dicke aufhorchen.
Dass die Dämmung (zumindest nach Deinem Aufbauplan) über der Abdichtung liegen wird, lässt den Kopf schütteln. So nicht!
Aufbau -wenn mit Wärmedämmung- Betondecke, Dampfbremse, Dämmung, Abdichtung.
Hierauf Schutzschicht, Trennschicht, Gefälleestrich, Drainmatte und Estrich als Lastenverteilung und zur Aufnahme des Oberbelages.
Soll der Raum unter dem Balkon wie ein Wohnraum genutzt werden, ist eine geeignete Wärmedämmung aber zweifelsfrei erforderlich.
Dann aber in der erforderlichen Dicke.
Dennoch schrillen bei mir die Alarmglocken.
Welche mögliche Aufbauhöhe haben wir? Der Estrich ist wie ein "Estrich auf Trennschicht" zu bewerten, heißt: mind. 50mm Dicke (zuzügl. dem Gefälleestrich).
Und der Estrichmörtel muss über einen geeigneten Porenanteil verfügen, damit er im Winter nicht zerfrieren kann.
Nun kommen wir zu dem Gefälle. Wie will der Unternehmer das denn hinbekommen, wenn der Estrich normengemäß in weitgehend gleichmäßiger Dicke auf der Drainmatte eingebracht werden soll????
Auch die von Dir aufgeführte Drainmatte benötigt ein Gefälle, auf dem sie verlegt wird!
Das kann nur bedeuten: zweilagiger Estrich.
Unten zur Herstellung des Gefälles und oben als Nutzestrich in gleichmäßiger Dicke.
Der Sinn des Splitbettes, er entzieht sich mir grundsätzlich, wenn ein Estrich vorhanden ist.
Bei dem Vorhaben schwant mir angesichts der notwendigen Aufbauhöhen, dass Du die wirklich ausreichend zur Verfügung haben musst.
Fazit: prüfe bitte noch einmal vom Grundsatz her, ob eine Wärmedämmung erforderlich ist, den Materialeinsatz und örtliche Lage der einzelnen Schichten.
Im Moment werde ich das Gefühl nicht los, dass da zukünftig etwas "beerdigt" werden soll.
Und wenn es "nur" Dein Geld ist ....
Möglicherweise hilft mir ja auch einer das Forum aufmerksam verfolgenden Kollegen, ein Missverständnis afzuklären.
-.-.-.-.-
Gruß: Klaus
Hallo Klaus,
ich habe mich an folgenden Aufbau gehalten damit ich auf der sicheren Seite bin:
http://www.schlueter.de/4096.aspx
(sorry für die Werbung)
Die Terrasse hatte früher eine 4cm EPS-Dämmung unter dem Estrich, auf dem Estrich wurde direkt gefliest. Heute weiss ich das die Fertigungsfirma gemurkst hat, die Fliesen haben sich nach 7 Jahren gelöst.
Der Kellerraum unter der Terrasse ist ungeheizt und wird nur als Lagerraum für Reifen, Werkzeug etc genutzt.
Letzten Winter hat die Betondecke ungeschützt offen gelegen, es hat sich an der Kellerdecke Kondenswasser gebildet. Nun hoffe ich das dies nicht mehr der Fall sein wird.
Gruss
Walter
Hallo Klaus,
Der Estrichleger hat mein Gefälleestrich gelegt, 45mm an der höchsten Stelle auslaufend auf 15mm. Er hat eine Zementschlemme auf den trockenen Beton ausgebreitet und dann den Estrich mit Glasfaseranteil auf der Platte verlegt.
Nach dem dieser getrocknet ist habe ich festgestellt das der Estrich federt, er hat also keinen Verbund mit dem Beton.
Beim Klopfen auf den Estrich hören sich ca. 50% hohl an. Gerade im dünnen Bereich tritt das Federn beim herüberlaufen verstärkt auf, es gibt einige Haarrisse.
Der Estrichleger meint das die Ausführung korrekt sei und es kein Problem gäbe, da auf den Estrich eine Schweissbahn, Dämmung, Dränagematte, Stelzlagern und 3cm Platten kommen und die Last sich gleichmässig verteilt.
Ist das Richtig oder liegt hier ein Mangel vor. Ich muss noch einiges in den korrekten Balkonaufbau investieren und möchte nicht das das Fundament hier irgendwann die Ursache zum Abriss ist.
Hat der Estrichleger recht?
Danke für die Hilfe
Walter
Hallo Walter,
eigentlich sollte der Verbundestrich, wie ja da Wort schon sagt, einen ordentlichen Verbund zum Untergrund darstellen. Bei fachgerechter Ausführung (Untergrundvorbereitung z.B. Fräsen und Vornässen, geeigneter Haftbrücke, ordentlicher Verdichtung, Mörtelgüte und sachgemäßer Nachbehandlung z.B. durch Abdecken mit PE-Folie) sollte das für einen Fachbetrieb kein Problem darstellen. Aber da der Estrich lediglich als Ausgleichsestrich zur Gefälleherstellung und Aufnahme einer Abdichtung dient, könnte man unter Umständen mit diesen Hohlstellen und Schwundrissen leben. Der weitere Aufbau ist ja auch jeweils entkoppelt. Lass einfach Deinen Abdichter prüfen, ob der Untergrund zur Aufnahme der Abdichtung geeignet ist, oder ob am Verbundestrich nachgearbeitet werden muss. Bei 8 qm ist es ja auch kein Weltuntergang, den Estrich zu entfernen und neu aufzubauen. Lass es Dir von einem Fachmann vor Ort absegnen.
Gruß
Axel Kopf