MKS Funke GmbH

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Montag, 6. Februar 2012

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momo
Gruppe: Bauherr


Thema vom: 19.08.2010
IP: 84.187.***.** | ID: 9964
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Verbundestrich als Heizestrich

Hallo,
da ich für mein EFH die Bodenplatte von unten ausreichend gedämmt habe und Trittschall nicht nötig, möchte ich im EG den Fußbodenaufbau, wie schon an anderer Stelle im Forum mal ausgeführt wurde mit Verbundestrich auf den He
izrohren verlegen lassen. Insbesondere auch , weil die Bodenplatte sehr uneben ist und auch die Aufbauhöhe nur gering.
Kann ich dafür Zementfließestrich nehmen als Verbundestrich auf Heizrohren, die von 50 bis 25 mm überdeckt werden? die Rohre würden auf normalen Bewehrungsmatten oder AKS Matten befestigt. Der Architekt meint das kann man machen, auch wenn es keine Normausführung sei, da ja Verbundkonstruktion und auf Randdämmstreifen soll ich lieber verzichten, weil das für den Verbund eher schlechter sei. Darauf sollen dann Flieen geklebt werden.
Was meint Ihr?
Momo



Klaus
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 20.08.2010
IP: 91.36.***.* | ID: 9966

Sonderkonstruktion: beheizter Verbundestrich

Hallo "momo",
Deine Frage zielt auf eine ungewöhnliche Ausgangssituation ab. Alle überwiegend eingebauten Fußbodenheizungen sind geregelt, heißt: in Regelwerken beschrieben.
Aber es gibt natürlich Ausnahmen. 3mm dicke, elektrisch betriebene Folienheizungen beispielsweise unter keramischen Fliesen. Aber auch der Warmwasser-Heizbeton fällt darunter. Es sind halt Sonderkonstruktionen, bei deren Planung und Ausführung man genau wissen muss, was man da tut!
Empfehlungen bedingen eine genaue Kenntnis der örtlichen Situation. Aus diesem Grund kann und werde ich hier keine EMPFEHLUNG einstellen, sondern nur Hinweise, welche Dein Planer berücksichtigen kann.
Übrigens wurde eine genau solche Konstruktion, wie Du sie nun vorhast, in dem alten Pegelhaus in Koblenz im letzten Jahr praktisch umgesetzt. Aus dem Grund, da die Räumlichkeit im EG durch Hochwasser überspült werden kann und andere Heizkörper (vielleicht aus gestalterischen Gründen?) ausgeschlossen wurden.
-.-.-
Dass wir bei einer beheizbaren Verbundkonstruktion wie der geplanten erhebliche Wärmeverluste haben werden, braucht nicht erwähnt zu werden. Der Wirkungsgrad der Heizungskonstruktion wird damit geringer sein als bei einem Aufbau auf Wärmedämmschichten. Das Berechnugn der notwendigen Wärmeabgabe in den Raum, das ist aber eine Aufgabe des Heizungsbauers bzw. des Planers.
Wobei ich erhebliche Bauschschmerzen bekomme, ist Dein Hinweis, dass die Unebenheiten in der Betonoberfläche unberücksichtigt bleiben sollen. Also nach dem Motto: "AKS-Matten d´rauf, ein bischen Fließestrich und gut ist!"
So, bitte, geht es nicht!
Es wird eine definierte Einbaudicke des Estrchs notwendig, weshalb die (wohl stark unebene?) Betonoberfläche erst einmal ausgeglichen werden muss.
Dann das Baustahlgewebe. Gute Idee, doch die Baustahlmatten müssen auf der (egalisierten) Betonoberfläche befestigt werden, damit beim Einbau des Estrichs nicht alles aufschwimmt. Und genau das würde sonst geschehen.
Also müssen die Stahlmatten auf dem Beton und auch die Heizelemente auf der Stahlmatte gut befestigt werden. Berücksichtige auch, dass sich die Konstruktion bei der thermischen Belastung ausdehnen will und Spannungen aufbauen wird. Diese Spannungen werden sich mit Sicherheit auch auf die Verbundzone (Beton/Estrich) auswirken!
Heißt: die beiden Haftbrücken (einmal zwischen Beton ./. Ausgleichsschicht und dann Ausgleichsschicht ./. Zementfließestrich) müssen ebenfalls optimal aufeinander abgestimmt sein. Auch die Ausführenden sollten genau wissen, was sie da tun.
--..--
Das mit den Stellstreifen ist für mich nun unverständlich. Diese haben mit einem Haftverbund nun überhaupt nichts zu tun.
Randstell- (und nicht Dämm-)streifen brauchen bei unbeheizten Verbundkonstruktionen nicht berücksichtigt werden, da sich hier nichts in bewegen kann. Bei beheizten Verbundkonstruktionen kann es zumindest kein Fehler sein, Stellstreifen an den Wänden bzw. an aufgehenden Bauteilen zu setzen.
Aber der "Verbund", der hat damit nichts zu tun.
-.-
Noch einmal: diese Hinweise sind keine Empfehlung sondern nur unverbindliche Hinweise, da wir hier von einer Sonderkonstruktion reden. Die Verantwortung trägt Dein Planer! Und er muss Dich auch auf mögliche Risiken dieser speziellen Ausführung hinweisen.
-.-.-.-.-
Gruß: Klaus

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Momo
Gruppe: Bauherr


Antwort vom: 20.08.2010
IP: 84.187.***.*** | ID: 9967

kein Platz für Ausgleichsschicht

Danke für die ausführliche Antwort. Nur, was mache ich, wenn cih keinen Platz habe für eine zusätzliche Ausgleichschicht? Und warum ist die so wichtig?
Gruß
Momo

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Klaus
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 20.08.2010
IP: 91.36.***.* | ID: 9969

Fußbodenheizung als Verbundkonstruktion

Hallo Momo,
Wenn Du den Einsatz von Baustahlmatten vorsiehst, dann müsstest Du Dir ja auch Gedanken darüber machen, wie diese weitgehend plan auf der Betonoberfläche liegen. Bei Vertiefungen machen die das aber nicht. Und Du hattest ja geschrieben, dass erhebliche Unebenheiten in der Betonoberfläche vorlägen.
Was die Heizelemente (trivial: die Heizleitungen) ohne eine feste Fixierung wohl machen werden, das ist aufschwimmen, sobald der Estrich gegossen würde. Wie eine Hydra abwechselnd ihre Köpfe aus dem Dunkel des Weihers streckt, so würden die Heizelemente aus dem Fließestrich auftauchen - und wieder verschwinden. Eine definierte Estrichüberdeckung ist so kaum möglich.
Daher entweder in der Weise arbeiten, wie ich sie in Stichworten aufführte, oder Du musst tatsächlich eine Elektroheizung in Deine Überlegung einbeziehen.
Dann hättest Du (natürlich über der Egalisierungsschicht) eine Aufbauhöhe von nur ca. 3mm.
Plus Fliesenkleberbett (5mm) und keramischer Oberbelag (ca. 10mm).
Der Ausgleich ist notwendig, um eine definierte, ebene Aufbauhöhe und damit eine geeignete Auflage für die Fußbodenheizung zu schaffen.
-.-.-.-
Gruß zum Wochenende: Klaus


Danke für die ausführliche Antwort. Nur, was mache ich, wenn cih keinen Platz habe für eine zusätzliche Ausgleichschicht? Und warum ist die so wichtig?
Gruß

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Momo
Gruppe: Bauherr


Antwort vom: 23.08.2010
IP: 84.187.***.*** | ID: 9975

Definiton von uneben

Hallo Klaus, nochmal dake für deine ausführlichen Antworten. Ich meinte mit uneben, dass die Betonplatte einen Hochpunkt an einer Ecke hat und an dieser Seite somit weniger Estrichhöhe erreicht wird. Duchgängig uneben ist die Platte nicht . Hab mich wohl falsch ausgedrückt. Werde sehen, dass die Bewehrungsmatten auf der Platte befestigt werden, obwohl der Heizungsbauer meinte, die seien schwer genug.
GRuß Momo

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Bertram Abert
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 23.08.2010
IP: 217.233.***.*** | ID: 9976

Hallo Momo,

Einen Verbundestrich als Heizestrich halte ich nicht für angebracht, denn Du must die gesamte Decke erwärmen und nicht nur den Estrich, dadurch brauchst Du deutlich mehr Energie, vor allem dann, wenn der Oberbelag einen hohen Wärmedurchlasswiderstand hat. Dein Heizsystem wird träger.

Eigentlcih wolllte ich Dir nur sagen, dass sich Dein Heizungsbauer aber bei Zementfließestrich gewaltig irrt, wenn er meint die Baustahlmatten seien schwer genug, dass das Heizsystem nicht aufschwimmen könnte.

Gruß und viel Erfolg
Bertram Abert

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