Schwamborn Baumaschinen GmbH

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Roll GmbH Fußbodentechnik

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Montag, 6. Februar 2012

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Birgit Kirbach
Gruppe: Sachverständiger


Thema vom: 27.08.2010
IP: 87.170.***.*** | ID: 9988
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Kann Anhydritestrich nach Hochwasser trocknen

Unser Haus ist von der Flutwelle des Witka-Stausees betroffen worden. Im Keller stand 5 Tag das Wasser mit ca. 1,20. Der Fußboden besteht aus Anhydritestrich und an den Wänden ist Gipsputz. Nun haben wir uns mehrfach erkundigt, was zu tun ist. Die einen Firmen sagen, das geht alles zu trocknen. Andere meinen, der Fußboden muss komplett raus und auch der Gips muss ab. Wir wissen nicht was wir tun sollen. Wollen aber auch schnell handeln.



Klaus
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 27.08.2010
IP: 91.36.***.** | ID: 9989

Trocknen eines CA-Estrichs nach Hochwasser

Hallo Birgit,
Deine Frage kann wie folgt (eindeutig) beantwortet werden:
Sicher kann man auch Calciumsulfatestriche zwangstrocknen, genauso wie Zementestriche.
Aber: das hilft Dir hier nicht weiter!
Die Art der Trittschalldämmung unter dem Estrich und die (zulässige) Unebenheit der darunter befindlichen Rohdecke sind zusammen mit der weiteren Tatsache, dass Trocknungsfirmen niemals eine 100%-ige Gewährleistung für ihren Erfolg geben können, ausreichend, um das Risiko eben NICHT ausschließen zu können, dass es später ggf. wieder eine Auffeuchtung des Estrichs mit allen (erheblichen) nachteilen geben könnte.
Durch die doch recht "groben" Grenzwerte der Ebenheit bei Rohdecken ist es möglich, dass sich seitlich eingedrungenes und die Estrichkonstruktion unterlaufenes Wasser wie Pfützen irgendwo und zuhauf auf der Rohdecke ansammelt. Das erkennen wir nicht.
Das kriegen wir auch durch eine Zwangstrocknung (Einblasen vorgetrockneter warmer Luft in die Dämmschichtebene) nur in einem Maß wieder raus, deren nicht erkannte oder nicht erreichbare Restbestände für Calciumsulfatestriche "tödlich" sein können.
Dann der zweite Aspekt, die Trittschalldämmung. Ist es ein anorganischer Faserdämmstoff oder auch organische Mineralwolle, dann kann es bei unzureichnder Trocknung faulen oder (bei anorganischem Material) es fällt unter dem Einfluss mehrtägiger Wasserbeaufschlagung nach wenigen Tagen in sich zusammen wie ein alter Filzhut. Spätere Wirkung im eigentlichen Aufgabenbereich der Dämmschicht: NULL.
Außerdem wird es kein klares Wasser sein, was in Euren Wohnraum eingedrungen ist. Es war mit Sicherheit verschmutzt; durch was auch immer. Und es wird später stinken in den Räumen. Muffig bis faulig und nach "Feuchtigkeit riechen" bis zum Sankt Nimmerleinstag.
Von aufsteigender Wandfeuchte möchte ich nicht reden. Die Gefahr kommt noch dazu.
fassen wir das bisher Geschriebene zusammen und berücksichtigen außerdem dass Zwangstrocknungen (Entfeuchtungsgeräte, Ventilatoren) sehr hohe Energiekosten verursachen, dann gibt es nur eine Möglichkeit:
Estrich und Dämmschichten raus, die Rohdeckenoberfläche durchlüften/trocknen lassen und die Gesamtkonstruktion "Fußboden" erneuern!

Bei den Wandflächen bin ich mir nicht ganz sicher, ob das nicht dort an den Wandflächen belassen werden kann. Ich denke: JA.
Denn der Gipsputz trocknet, erreicht wieder seine Ausgangsfestigkeit und bleibt auch dann trocken, wenn aus dem Mauerwerk nichts nachdrückt.
Ich habe vor einiger Zeit einen solchen Estrich in einem sehr repräsentativen, bis dahin noch nicht bewohnten Wohnhaus (mit eigenem klimatisiertem Kino im Keller und Filmarchivierungsraum) mitsamt der (bis dahin völlig jungfräulichen) Fußbodenheizung entfernen und alles neu aufbauen lassen.
Gegen die Kosten in Höhe von rund 35.000,--€ hatte sich die Versicherung erst gewehrt, war dann aber nach Hinweisen auf mögliche Spätfolgen gesprächs- (und auszahlungs-)bereit.
-.-.-.-
Schneller ging´s nicht mit der Rückantwort, deshalb an dieser Stelle auch (nur) einen Schnellgruß zum Wochenende: Klaus
[Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen]

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NN
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 27.08.2010
IP: 149.225.***.*** | ID: 9990

Wasser im Keller ....

auch der Gipsputz muß, anders als die Meinung meines "Vor-Schreibers" entfernt werden. Wenn es denn einer war, und nicht ein Kalkputz.
Der gipsputz ist, qwenn er "abgesoffen" ist kaputt. Lassen sie diesen dran, verzögert das nur die Trocknung der tragenden Bauteile!
Zum Fußboden: Der Estrich, Calziumsulfat (Anhydrit) könnte man trocknen. Aber wie vorhergehend schon aisgeführt, der Unterbau ist geschädigt / beschädigt. Deshalb alllleees raus! Ohne kompromisse. Und neu aufbauen. Auch wenn das schwer fällt und mög. Kosten entstehen die die Vs. nicht zahlen will / oder tut.

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Bertram Abert
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 28.08.2010
IP: 217.233.***.*** | ID: 9991

Hallo Birgit Kirbach

So eindeutig möchte ich meinen Vorschreibern nicht anschließen. Im Grunde haben Beide Recht und die Risiken auch aufgezählt.

Mit EPS Dämmung geht eine Trocknung auch meist unproblematisch, Risiko starke Unenenheiten der Rohdecke mit Wasseransammlungen, die durch die Trocknung ggf. nicht vollständig erfasst werden. Problemtisch sind auch Schüttungen
oder Ausgleichsestriche, sowie Mineralwolle, die man meist nicht oder nur sehr aufwändig, trocknen kann.

Allerdings gibt es nicht nur zig tausende m² große Flächen die seit Jahren und Jahrzehnten erfolgreich getrocknet wurden. Dies wird die Versicherung vorhalten.

Also mit einem Rechtsanwalt reden, ob man auf der vollständigen Entfernung und Erneuerung bestehen kann, oder wie man Spätschäden vorbehalten und später dann noch regulieren kann.

Es wäre gut, wenn Sie Ihre Erfahrungen beid er Abwicklung dem Forum mitteilen könnten.

Gruß und viel Erfolg

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