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Montag, 6. Februar 2012

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M.R.
Gruppe: Sonstige


Thema vom: 29.08.2010
IP: 91.3.***.*** | ID: 9993
2200x angezeigt

Estrichfugen unter Linoleum

Hallo,
wir haben hier einen Anhydrit-Fließestrich auf Fussbodenheizung (ohne Unterkellerung) eingebaut der über mehrere Räume geht. In den Türdurchgängen sind natürlich Bewegungsfugen eingebaut.
Nun meine Fragen:
1.) Ist es denn unbedingt notwendig das diese Bewegungsfugen verharzt werden oder ist es eher unwahrscheinlich das das Linoleum ( da es je eine gewisse Flexibilität mit sich bringt) dort aufreißt?

2.) Ist es denn zwingend notwendig den Untergrund gegen aufsteigende Feuchtigkeit z.B. Mit Epoxiy-Harz Grund, abzusperren?

Für Ihre Antworten im Voraus
Vielen Dank!



Klaus
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 29.08.2010
IP: 91.36.***.*** | ID: 9994

EP-Sperrschicht und Calciumsulfatestriche

Hallo "M.R." (was immer das auch heißen mag),
die fachliche Antwort auf Deine Fragen ist Nein, Nein und noch einmal Nein!
Eine der Antworten drängt sich bei der Frage nach dem Verharzen von Bewegungsfugen in Heizestrichen auf:
Durch welche Eigenschaft berechtigt sich dann (nach dem kraftschlüssigen Schließen) noch der Begriff "BEWEGUNGSfuge" ???
Der Terminus "... ist es denn unbedingt notwendig dass diese Bewegungsfugen verharzt werden..." ist absurd. Denn Bewegungsfugen dürfen niemals verharzt werden!!
--..--..
Zur Frage 2:
Woher -bitte- soll denn die Feuchtigkeit aufsteigen??
Wenn es ein erdberührter Keller mit untergeordneter Nutzung ist, reicht ein zementestrich. Dem ist aufsteigende Feuchtigkeit egal.
Wenn es ein Wohnraum ist, dann hat der Untergrund trocken zu sein - und trocken zu bleiben! Zur Not mittels einer Abdichtung unter den Dämmschichten.
Wenn Calciumsulfatestriche rückseitig durchfeuchtet werden, verlieren sie bereits bei ca. 0,8% Feuchteaufnahme rasch an Eigenfestigkeit. Das mögliche Ergebnis sieht für uns Sachverständige häufig interessant aus, aber ob Du als Bauherr unserer Freude und da Interesse am Schadensfall ebenso empfindest, wage ich zu bezweifeln.
Deshalb braucht ein Calciumsulfatestrich stets trockene Bedingungen. Rückseitig wie auch von der Seite und von oben.
Deshalb ist eine EP-Grundierung unsinnig, wenn dadurch aufsteigende Feuchtigkeit abgesperrt werden soll - und auch schädlich, wenn sie (die Feuchte) denn rückseitig aufsteigen sollte.
--..-
Fazit:
Es muss rückseitig trocken sein und bleiben, einer EP-Grundierung bedarf es (aus Gründen der Feuchtesperre) keinesfalls.
-.-.-.-.-
Gruß und Bitte um Kenntnisnahme und Verinnerlichung des Textinhaltes: Klaus

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M.R.
Gruppe: Sonstige


Antwort vom: 29.08.2010
IP: 91.3.***.*** | ID: 9995

Mir wurde gesagt das der Lino Belag in den Bewegungsfugen aufreißt wenn man diese nicht verharzt da die Estriche in den Räumen entgegengesetzt arbeiten können. Außerdem wurde von Blasenbildung im Belag durch durchdiffundierende Feuchtigkeit gesprochen.

Ihre Antwort ist jedoch einleuchtend.
Vielen Dank dafür!

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Klaus
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 29.08.2010
IP: 91.36.***.*** | ID: 9996

Bewegungsfugen kraftschlüssig schließen

Hallo "M.R." (was immer das auch heißen mag),
wenn ein sogenannter Fachbetrieb solche Aussagen tätigt, sollte dieser sich überlegen, ob nicht der vorherrschende Wissensstand durch ein Fachseminar in den aktuellen Stand der Technik versetzt werden sollte. Deutliche Worte auf eine wohl an Ihre Adresse gerichtete Antwort, die unqualifizierter fast nicht sein kann!
Hier kann man nur raten, sich sofort eines tatsächlichen Fachbetriebes zu bedienen, der diesen Begriff berechtigt trägt!
Wer Bewegungsfugen in einem Estrich kraftschlüssig schließen will, handelt grob fahrlässig.
Wer dann noch von "aufsteigender Feuchtigkeit bei einem Calciumsulfatestrich spricht und dessen Oberfläche auch noch absperren will, dem gehört der Auftrag entzogen.
Diese doch "knallharte" Aussage wird -soweit Ihre hier aufgeführten Aussagen zutreffen- dadurch bestägigt, dass der Betrieb offensichtlich auch nicht weiß, dass Estrich-Bewegungsfugen in einem Oberbelag zu übernehmen sind.
Böses ahnend vermute ich, dass auch der Linobelag durchgehend (über die Räume bzw. Türbereiche hinweg) verlegt werden soll.
--..
Klare Aussagen:
Die allgemein anerkannten Regeln des Fachs sagen eindeutig, dass auch der Belag -ob Lino oder Parkett, vollkommen unbedeutend- über funktionstüchtigen Bewegungsfugen zu trennen ist.
Klare Empfehlung:
Lassen Sie eine derartig unqualifizierte Vorgehensweise, wie offenbar beabsichtigt, keinesfalls zu!
Falls Sie sich mit dem Problem überfordert sehen, beauftragen Sie einen Sachverständigen Ihres Vertrauens, der die technische Situation im Vorfeld (also vor der Verlegung und vor dem schädlichen Verschließen der Bewegungsfugen) mit dem Verleger bespricht und ihm die einfachsten Grundregeln der Verlegetechnik einmal vor Augen führt - und Ihnen einen nicht unbedeutenden Fußbodenschaden dadurch mit Sicherheitersparen wird!
Verharzte Bewegungsfugen wieder in einen funktionstüchtigen Zustand versetzen zu wollen ist schwierig, da der Fugenverlauf wieder bis zur Dämmschicht freigelegt/aufgeschnitten werden muss. Dabei die Heizelemente zu treffen ist mehr als wahrscheinlich!!
Fragen Sie Ihren verleger auch, mit welchem Verfahren er die Restfeuchte im Estrich prüfen will, und welche Obergrenze er kennt.
Das Verfahren -das zu Ihrer Kenntnisnahme- ist die CM-Restfeuchtebestimmung. Das hierzu notwendige Probenmaterial (Estrich) muss dabei bis zur Dämmschicht entnommen werden. Probenmenge bei Calciumsulfat-Heizestrichen: 100g.
Der obere Grenzwert ist 0,3 CM-% Restfeuchte.
Berichten Sie bitte hier im Forum über das Ergebnis Ihrer Anfrage!
-.-.-.-
Mfg Klaus
[Sachverständigenbüro für Fußbodenkonstruktionen]

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Bertram Abert
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 30.08.2010
IP: 217.233.***.*** | ID: 10006

Hallo M.R.

Endlich werden mal in den Türbereichen bei Fußbodenheizung richtigerweise Bewegungsfugen eingebaut, dann kommt jemand daher, das Wort spare ich mir, und möchte diese Fugen verschließen?? Das kann nicht war sein!!

Bewegungsfugen sind für die Bewegungen der Bodenkonstruktion da und müssen auch vom Oberbelag übernommen werden. Punkt aus Amen, das hat ja Klaus auch schon gesagt!

Wenn die Heizung in den Zimmern unterschiedlich betrieben wird, kann es sonst zu Schäden im Estrich. der Fußbodenheizung und auch im Linoleum kommen. Deshalb steht auch eindeutig in den Normen, dass bei Türdurchgängen Bewegungsfugen anzuordnen sind und dass diese auch im Oberbelag übernommen werden müssen.

Es ist zwingend notwendig, dass bei Fußbodenkonstruktionen auf nicht unterkellerter Bodenplatte eine Feuchtesperre eingebaut werden muss, aber diese muss unter der Fußbodenheizung, ggf. auch unter der Betonplatte als richtige Abdichtung liegen und nicht auf dem Estrich. Am besten eignen sich Bitumendichtbahnen mit Alueinlage. Calciumsulfatestrich um Himmels willen, bei aufsteigende Bodenfeuchte, nicht oberflächlich abdichten!!!!!!! (Zementestriche im Übrigen auch nciht)! Wer kommt denn auf eine so wahnsinnige Idee???

Also gleiche Aussage wie Klaus, nur mit anderen Worten.

Gruß und viel Erfolg
Bertram Abert


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M.R.
Gruppe: Sonstige


Antwort vom: 01.09.2010
IP: 91.3.***.*** | ID: 10011

Hallo,
ich habe mich nun an einen Fachbetrieb gewandt.
Dieser hat all ihre Aussagen bestätigt. Die Dehnungsfugen werden nun nach oben übernommen (ich hätte es gerne durchgelegt, ich mag keine Schienen aber was nicht geht) und der Estrich wird nicht abgesperrt.
Als der Bodenleger heute eine CM-Messung machen wollte suchte er vergebens Messstellen. Der Estrichleger hat keinerlei Messpunkte gekennzeichnet. Als wir ihn darauf ansprachen sagte er nur das wäre laut DIN Aufgabe des Heizungsbauers. Da die Heizschlangen sehr dicht liegen ist die Messung wohl ein Risiko das der Bodenleger nicht übernehmen will.
Und es geht wieder mal nicht weiter.
Wer muss denn nun für Messpunkte sorgen oder gibt es noch eine andere Methode die Estrichfeuchte zu ermitteln?
VG
M.R.

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Klaus
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 01.09.2010
IP: 91.36.***.** | ID: 10012

Belegreife ohne CM-Messung

Hallo "M.R." (was immer das heißen mag),
das Anbringen der Messpunkte sollte der Heizungsbauer machen. Es sind kleine Fähnchen aus einem Kunststoff, welche zwischen den Heizelementen auf der Abdeckung oder auf der Systemplatte (je nachdem) aufgestellt und durch den Estrichleger in den Mörtel oder Fließestrich später gut sichtbar integriert werden.
Hier kann man öffnen, ohne die Heizelemente zu treffen.
Im Nachhinein Probenmaterial zu entnehmen ist so schwierig nicht, es erfordert nur ein wenig Sensibilität durch den Ausführenden. Der Meißel sollte nur am Anfang (damit in der oberen Estrichschicht) eingesetzt werden, wenn man sicher sein kann, dass es später in größerer Tiefe keine Überraschungen gibt. Dann zermörsert man vorsichtig das Estrichgefüge um den Öffnungsradius herum durch Hammerschläge.
Der Oberbelagverleger allerdings braucht dieses für ihn nicht kalkulierbare Risiko dennoch nicht einzugehen.
-.-.-
Eine weitere Möglichkeit, zerstörungsfrei eine Risikoabschätzung durchführen zu können, ergibt sich aus der folgenden Vorgehensweise:
Heizung hochfahren,
danach eine PE-Folie (ca. 40cm x 40cm) mit dichtem Klebeband über die Folienränder raummittig auf die Estrichoberfäche kleben.
Idealerweise wird man unter diese "Haube" noch ein Hygrometer legen.
Danach ca. 24 Stunden warten und schauen, ob sich unter der PE-Folie Schwitzwasser/Kondensat bildet.
Falls JA: weiterheizen und gut lüften.
Die Hygrometeranzeige sollte in dieser Zeit (bei fehlender Kondensation) nicht über 70% rel. Luftfeuchte steigen.
Anm.: das Hygrometer sollte schon recht genau anzeigen.
Überwiegend dem Geltungszweck dienende Geräte (in Schiffchenform oder andere optisch gefällige Ausführungen) sind da wohl weniger geeignet.
Dieser Lösungsweg ist nur orientierend und kann CM-Messungen nicht ersetzen.
--..--..
Gruß: Klaus

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Axel Kopf
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 02.09.2010
IP: 84.162.***.*** | ID: 10017

CM-Messung

Hallo M.R.,

hier noch ein kleiner Tipp, wie man eventuell doch noch eine CM-Messung durchführen könnte. Heizung hochfahren - mit dem Laser-Pyrometer die Heizrohre orten und anzeichnen und dazwischen die Materialentnahme ansetzen. Im Bereich der Bewegungsfugen sind in der Regel ebenfalls nur zwei Rohre vorhanden (vielleicht auch mal beim Heizungsbauer nachfragen).

Gruß

Axel Kopf

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M.R.
Gruppe: Sonstige


Antwort vom: 02.09.2010
IP: 91.3.***.** | ID: 10019

Schwimmende Verlegung

Also das mit dem verkleben von Lino hat sich wohl erledigt.
Wir haben vom Heizungsbauer Fotos bekommen an denen man eine Stelle zur Messung erkennen konnte.
Der aktuelle Wert nach geschlagenen 7 Wochen Trocknung ist 1,3 CM%. Der Architekt meinte das wäre im akzeptablen Bereich. Der Fussbodenleger weigert sich jedoch bei diesem Wert Linoleum zu verlegen.
Ich weiß es gibt Linoleum auf Träger zur schwimmenden Verlegung, wäre das eine Alternative?
Kann die Restfeuchte denn bei dieser Art der Verlegung entweichen?
VG
M.R.

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Bertram Abert
Gruppe: Sachverständiger


Antwort vom: 02.09.2010
IP: 217.233.***.*** | ID: 10020

Hallo M.R.

So einfach kann es sich der Estrichleger nicht machen, Wenn er sich darauf beruft, dass der Heizungsbauer Feuvhtemesstellen machen muss, was übrigens nicht in der Norm steht, dann hätte er die Pflicht zu reklamieren wenn keine Feuchtemesstellen das sind.

Acuh bei schwimmender Verlegung von Linoleumplatten, ähnlich wie Lamiant oder Fertigparkett, muss der Estrich trocken sein, das bedeutet bei Calciumsulfatestrich kleiner/gleich 0,3 CM %.

Aus Amen.

Es kommt drauf an, wie der Estrich behandelt wurde, wie das Klima war und wie geheizt wurde, dann ist 1,3 CM % nach 7 Wochen nicht ungewöhnlich.


Gruß und viel Erfolg
Bertram Abert

nochmals kleiner/gleich 0,3 CM % !!! auch bei schwimmender Verlegung.

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